Alex Nowitz ist Komponist von Vokal- und Kammermusik, elektroakustischer Musik und Werken für Musik-, Tanz- und Sprechtheater. Er erhielt Kompositionsaufträge von Institutionen und Ensembles, wie dem Staatstheater Braunschweig, Staatsoper unter den Linden Berlin, Theater Osnabrueck, Schaubuehne Berlin, fabrik Potsdam, Kammerakademie Potsdam, work-in-progress Berlin, Maulwerker Berlin.
Mehr Informationen zu den Kompositionen unter: Werke.



Alex Nowitz ist auch Sänger, Pfeif- und Stimmkünstler, der über ein breites Spektrum an erweiterten Stimmtechniken verfügt, die weit über das rein klasssische Idiom hinausgehen. Alex Nowitz ist Countertenor, der die Tenorstimme in Deutschland und USA studierte.

Er hat Soloprogramme vor allem für Stimme und Live-Elektronik entwickelt, die er auf internationalen Festivals für Neue Musik präsentiert: Warschauer Herbst, Gaudeamus Music Week Amsterdam, Total Music Meeting Berlin, Jauna Musika Vilnius, Fresh Sound Series San Diego, Musica Viva Lissabon, Multiplace Festival Bratislava, Oslo, Stockholm, u.v.a. Darüber hinaus interpretiert er Werke komponierter Neuer Musik, tritt aber auch im Kontext improvisierter und experimenteller Musik in Erscheinung. Er hat mit international erfolgreichen Künstlern zusammengearbeitet, wie etwa dem Theatermacher Thomas Ostermeier, der Choreografin Marie-Josée Chartier, dem Dirigenten Hermann Bäumer und vielen anderen Musikern und Komponisten zeitgenössichen Musikschaffens.


© Sonja Kloevekorn, 2009

Während einer zweijährigen Arbeitsphase von 2010 bis 2011 entwickelte Alex Nowitz zusammen mit Frank Baldé (Software/Programmierung), Byung-Jun Kwon, Mr. Stock (Hardware/Elektronik) und dem bildenden Künstler Florian Göttke (Form, Design) und durch die finanzielle, technische und ideelle Unterstützung von STEIM ein elektronisches Instrument: das Strophonion. Ein Vorbild dessen sind die Hands von Michel Waisvisz, dem künstlerischen Leiter von STEIM bis 2008 (http://www.steim.org/michel/). Das Strophonion gehört zur Instrumentengruppe der Live-Elektronik, die unter Verwendung von Gestural Controllers ausgeführt bzw. gespielt wird. Alex Nowitz gab dem Instrument den Namen Strophonion, um auf dessen spezifische Spielweise hinzudeuten. Die einzelnen Wortbestandteile stammen aus dem Griechischen: 1) strophé = das Drehen, die Wendung (in Bezug auf die rechte Hand). 2) phon = Stimme, Klang. 3) ion = Anspielung auf die Spielweise der linken Hand, die derjenigen des Akkordeons (englisch: accord-ion) ähnelt. Mehr Informationen zur Entwicklung des Instrumentes unter: Strophonion - Instrument Development at STEIM 2010-2011.


Strophonion, entwickelt und hergestellt am STEIM in Amsterdam (2010-2011)


© Joachim Liebe: Alex Nowitz und das Strophonion, 2014

Seit 2007 ist er Artist-in-Residence am STEIM in Amsterdam, wo er als Erweiterung seiner Stimm- und Gesangperformances ein live-elektronisches Setup entwickelte, den sog. Stimmflieger, der mit zwei kabellosen Fernbedienungen (Wii-Controller) gespielt wird. Auf diese Weise wird er zum Musiker eines neuartigen elektronischen Instrumentes, das es ihm ermöglicht, seine Vokalkünste der abstrakten Welt elektronischer Klänge gegenüber zu stellen, und dabei die scheinbaren ästhetischen Gegensätze beider Musizierweisen zu einer sinnvoll musikalischen Einheit zusammenführt. Das Setup entstand in dem Zeitraum von 2007 bis 2011 in enger Zusammenarbeit mit dem Klangkünstler und Komponisten Daniel Schorno. Mit der Uraufführung seiner Komposition "Minotaurus", für eine verstärkte Stimme und Live-Elektronik mit Gestural Controllers (Stimmflieger), am 4.10.2009 auf dem Festival der ISCM (International Society for Contemporary Music) in Göteborg gewinnt Alex Nowitz den ersten Preis des zweiten Europäischen Wettbewerbs der ECPNM (European Conference of Promoters of New Music) für Komposition und Interpretation von Musikprojekten mit Live-Elektronik, gefördert vom MWFK des Landes Brandenburg, EMS in Stockholm (Electroacoustic Music in Sweden) und der Stiftung STEIM in Amsterdam. Weitere Infos zum Stimmflieger unter: Voice and Live-Electronics Using Remotes as Gestural Controllers, veröffentlicht in eContact!, der Internetplatform der Communauté électroacoustique canadienne.


© Frank Baldé (Alex Nowitz mit dem Stimmflieger im Frascati, Amsterdam,
während des Steim-Festival 'Patterns and Pleasure' am 27.9.2011)


CD-Release von Homo Ludens im November 2010:

Solo-CD Homo Ludens ist erschienen auf dem 2010 gegründeten Label: nowitz-records. *
Mehr dazu auf: stimmkunst


Seine erste abendfüllende Oper "Die Bestmannnoper" mit dem Libretto von Ralph Hammerthaler wurde im Frühjahr 2006 mit großem Erfolg am Theater in Osnabrück von GMD Hermann Bäumer uraufgeführt. Gerhard Rohde von der FAZ schreibt: "Lachen kann töten - Naziverbrecher gehören nicht auf die Opernbühne. Mit seiner 'Bestmannoper' über den SS-Mann Alois Brunner ist Alex Nowitz der Beweis des Gegenteils gelungen. [...] Die Zusammenarbeit der Osnabrücker Oper mit der Rheinsberger Opernwerkstatt bescherte dem Musiktheater ein wichtiges Werk für eine aktuelle Zeitoper."


Alex Nowitz war als Musiker und Sängerdarsteller (Countertenor, erweiterte Stimmtechniken) an der Schaubühne Berlin innerhalb der Produktion "Ein Sommernachtstraum" (Regie/Choreografie: Thomas Ostermeier/Constanza Macras) zu erleben.
Patrick Wildermann vom Tagesspiegel Berlin schreibt am 25.8.2007: "Ein seltsames Zwitterwesen irrlichtert durch diesen Sommernachtstraum, ein sonnenbebrillter Satyr in schwarzem Leder, irgendwo zwischen Dandy und Diva, der mal mit Elvisschmelz Songs über Liebe, Lust und den ganzen Rest singt, dann wieder, ganz große Oper, unversehens mit einer Arie in kristallenen Knabenhöhen betört. Der androgyne Rockstar-Pan, er treibt als hintergründiger DJ den ekstatischen Abend an, er führt am Ende die libidoverwirrten Shakespeare-Figuren am unsichtbaren Gängelband. Eine rauschhafte Eros-Party in der Kopfschmerz-Dämmerung, die der Regisseur Thomas Ostermeier und die Choreografin Constanza Macras da mit Tänzern, Schauspielern und Musikern aus der elisabethanischen Liebeskomödie gezaubert haben, einer der Hits der vergangenen Schaubühnen-Saison. Und Alex Nowitz, Pianist, Komponist, Sänger, Countertenor, Improvisationskünstler, kurz: unverschämtes Multitalent, ist darin der Zeremonienmeister."
Mehr Infos unter Pressestimmen und Aktuellem.


Alex Nowitz studierte Musik in München, Berlin, Potsdam (USA) und Potsdam (Deutschland). Komposition studierte er bei Gerhard Rosenfeld und David Heinick, elektronische Komposition bei Paul Steinberg und klassischen Gesang (Tenor) bei Michael Büttner, Floyd Callahan und Gerold Herrmann. 2000 schloss er das Studium als Diplommusikpädagoge im Hauptfach Gesang am Institut für Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam "mit Auszeichnung" ab. Er erhielt Residenzstipendien auf dem Schloss Wiepersdorf (2002/2006), Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Leighton Studios des Banff Arts Center (Kanada, 2005/2007), STEIM (STudio for Electro-Intrumental Music/Amsterdam, 2007-2011), EMS (Electroacoustic Music in Sweden/Stockholm, 2009/2010), ebenso mehrmonatige Arbeitsstipendien von der Stiftung Kulturfonds Berlin/Brandenburg, der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sowie ein Wohnstipendium des Landes Niedersachsen in den Künstlerhäusern Worpswede (2011).

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* Die Solo-CD Homo Ludens ist erhältlich unter:
info@nowitz.de
(19,98 € zzgl. Verpackungs- und Versandkosten von 2.-€ innerhalb Deutschlands, 4.- Europas und 6,50 ausserhalb Europas)
Klangbeispiele und Informationen auf: stimmkunst